Wissen für jeden zugänglich

Heute wollen wir zwei Lernplattformen vorstellen, die eine breite Vielfalt an Wissen zu unterschiedlichsten bieten. Online Lernplattformen bieten eine Möglichkeit für selbstständiges und individuell organisiertes Lernen, ganz spontan, freiwillig und problemorientiert. Es gibt mittlerweile zahlreiche Plattformen, die in Videos, Talks oder Online-Kursen Wissen für jedermann zugänglich machen. Im Rahmen der E-Learning Entwicklungen also ein großes Thema. Unsere ausgewählten Beispiele haben ein breites Spektrum an Themen und gleichzeitig bieten sie einen guten Einstieg für Neulinge.

Ted

In kurzen Vorträgen kann man hier in die unterschiedlichsten Themen eintauchen. Die Speaker erzählen von eigenen Projekten, neuen Ideen und ihren Erfahrungen. Wer sich also gerne inspirieren lässt, Neues erfährt oder sich für ein bestimmtes Thema begeistert, sollte hier mal vorbeischauen. Popcorn bereitstellen, denn die Liste der Vorträge ist lang und hat hohes Suchtpotential! Auch empfehlenswert sind die Blogbeiträge von TedBlog und die Lessons von TedEd, in denen komplizierte Sachverhalte sehr anschaulich erklärt werden. Wer jetzt direkt einsteigen möchte, dem empfehlen wir die Playlist “11 must-see TED Talks”.

edX

Diese Plattform wurde von der University of Harvard und dem MIT mit dem Grundgedanken gegründet, Bildung für jeden zugänglich zu machen. Mittlerweile besteht ein weltweites, online Wissensnetzwerk, das von Hochschulen aus aller Welt unterstützt wird. Fündig wird man zu vielerlei Themen zum Beispiel aus Technologie, Sprachen, Psychologie, Biologie, Medizin, Geschichte, Sozialwissenschaften und Marketing. Wer möchte, kann sich sogar Credits für den eigenen Hochschulabschluss anrechnen lassen oder ein Zertifikat über absolvierte Kurse bestellen. Die ersten Schritte auf edX sind auf der Seite “How it works” beschrieben. Nach der Erstellung eines kostenlosen Accounts, kann man dann auch direkt in einen der zahlreichen Kurse einsteigen.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren, Lernen und Verstehen! Haben Sie noch weitere Tipps für lohnenswerte Lernplattformen? Wie lernen Sie digital? Welche digitalen Angebote nutzen Sie?

Wenn Sie interessiert am Thema digitales Lernen sind und wissen möchten, was diese neue Art des Lernens mit unserem Gehirn und den vorhandenen Lernstrukturen macht, sind Sie herzlich eingeladen an unserem Neuroforum teilzunehmen. Alle Informationen dazu finden Sie auf https://www.xing.com/events/lernen-digitalen-wandel-neurobiologie-hr-1922656.

Ihr arCanum Team

 

Bild: Juliette Leufke via Unsplash

Weiterbildung im digitalen Zeitalter – Monitor digitale Bildung

Wir haben uns schon einigen Aspekten des digitalen Lernens gewidmet und betrachtet welche Vor- und Nachteile der Wandel durch die digitalen Medien in der Bildung bringt und wo Potentiale liegen, die ausgeschöpft werden können.

Interessante Fragen in diesem Zusammenhang sind, ob Digitalisierung zu mehr Chancengleichheit beiträgt. Oder ist es sogar gegenteilig und soziale Unterschiede vergrößern sich? Diesen Fragen hat sich unter anderem die groß angelegte Studie der Bertelsmann Stiftung, der Monitor digitaler Bildung, gewidmet. Eine repräsentative, empirische Datenbasis sorgt für einen Überblick zum aktuellen Stand der Themen des digitalen Lernens in allen Bildungssektoren.

Die Kernfrage dieser empirischen Arbeit ist zum einen, ob digitale Technologien in der Lage sind das Lernen zu verbessern und neue Impulse für didaktische Konzepte zu geben. Zum anderen stellt sich die Frage, ob digitales Lernen den Zugang zum Bildungssektor erhöhen, beziehungsweise insbesondere für benachteiligte Lerner verbessern kann, weil regionale Hürden über die Möglichkeiten des Internets reduziert werden können. Des Weiteren wird betrachtet welche Unterstützung Lehrkräfte benötigen, um digitale Medien sinnvoll und zielgerichtet einsetzen zu können. Welche Kompetenzen sind hierfür notwendig? Welche Ausstattung braucht man für digitalen Unterricht? Und wie gehen Lehrkräfte damit um?

Die Ergebnisse zeigen, dass digitales Lernen für die Hälfte der Bevölkerung bereits ein integraler Bestandteil ihres Alltags ist. Ein kurzes Youtube Video und man lernt, wie man handwerklich geschickt ein Do-it-yourself-Projekt oder eine Flechtfrisur umsetzt. Nachschlagewerke und Lernvideos helfen bei den Hausaufgaben, Tanztutorials lassen die vergessenen

 

Tanzschritte wiederholen. Fitnessapps, Rezepte per SMS, Karteikarten auf dem Handy und schon nutzen wir digitale Medien, um unseren Wissenschatz zu erweitern. Lernen findet also situativ in unserem alltäglichen Leben und zumeist von Zuhause über das Internet statt. Kurze problem- und handlungsorientierte Angebote ermöglichen es, selbstorganisiert und flexibel, also mit größtmöglicher Freiheit zu lernen.

 

Themen und Kursinhalte werden dabei problemorientiert gesucht und ausgewählt, es wird also danach entschieden, was in der aktuellen Situation benötigt wird oder von Interesse ist. Dadurch sind Webportale wie Google, Youtube und Wikipedia Spitzenreiter, wenn es um schnelle Informationsbeschaffung geht, die uns befähigt unser aktuelles Problem durch Lernen neuer Fähigkeiten zu lösen. Online Anbieter hingegen werden weniger präsent wahrgenommen, da die Relevanz im Alltag sehr niedrig ist. Beispielsweise wird das umfangreiche Lernportal Massive Open Online Courses (kurz MOOC) nur von etwa 1% genutzt, obwohl es eine Vielzahl von Themen mit hochwertigen Medien abdeckt.

Interessant ist auch zu betrachten, wer die Nutzer von digitalen Lernangeboten sind. Auffällig ist hierbei, dass nur etwa 30% der Nicht-Berufstätigen, beziehungsweise formal geringer Gebildeten digitale Medien zum Wissenserwerb nutzen, während bereits knapp 60% der Erwerbstätigen und Akademiker diese Möglichkeit des Lernens für sich entdeckt haben.

Bei all den Fragen zu den Chancen des digitalen Lernens für die Lernenden, ist es ebenso wichtig den Fokus auf die Lehrenden zu richten. Diese sind der Meinung, dass es die Chance birgt leistungsstarke Teilnehmer weiter zu fördern und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Die große Mehrheit der befragten Lehrer gibt an digitale Medien im Unterricht zu nutzen. Dabei landet die klassische PowerPoint Präsentation auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von Fachliteratur und Online Texten zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und Videos zur Veranschaulichung im Unterricht. Doch die Potentiale der digitalen Gestaltung des Unterrichts sind nach Aussage der Berthelsmann Stiftung damit noch nicht ausgeschöpft. Es fehle an entsprechenden Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrpersonal und das sei am wenigsten positiv zu bewerten. Hier kann unterschieden werden zwischen privat-kommerziellen Anbietern und Freiberuflichen, die deutlich aktiver im Umgang mit digitalen Lernmethoden und -mitteln sind, im Vergleich zu öffentlichen Institutionen oder der Volkshochschule. Grundsätzlich betrachten Lehrende das Thema des digitalen Lernens als strategisch relevant und bemessen dem einen hohen Stellenwert.

Abschließend noch ein Blick auf die Weiterbildungsanbieter, die strategischen und operativen Herausforderungen gegenüber stehen. Grundsätzlich sind digitale Lernformen motivierend für die Teilnehmer und lassen die Attraktivität des Anbieters steigen. Lernende können individueller gefördert werden und die Zugänglichkeit, insbesondere im ländlichen Raum ist besser, als bei traditionellen Lernformen. Private Institute sind dabei besser ausgestattet als öffentliche, was auf die digitale Strategie zurückzuführen ist. Eine Einrichtung der Privatwirtschaft ist stärker auf Technologien ausgerichtet. Interessant ist jedoch, dass kleinere Einrichtungen in der Ausstattung der besser abschneiden, da die strategisch-geschäftliche Zielsetzung und auch die Finanzieung besser auf eine aktuelle und gute Ausstattung auszurichten ist. So ist es beispielsweise eine große Herausforderung für ein großes Wirtschaftsunternehmen 700 Mitarbeiter mit Tablets und den dazugehörigen Lizenzen im Corporate Design auszustatten. Doch auch die Frage der richtigen Ausstattung muss gestellt werden. Was wird für digitales Lernen in den Einrichtungen benötigt? Momentan besteht die medientechnische Ausstattung meist aus einer typischen Konferenzraumausstattung: Beamer, stationärer Computer, Overheadprojektor. Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass knapp die Hälfte der Anbieter bereits Lern- und Dateiplattformen, sowie Lernmanagementsysteme zum Austausch und für organisatorische Prozesse nutzen. White Boards und mobile Geräte, wie beispielsweise Tablets, sind in wenigen Einrichtungen vorhanden.

 

Sollten Sie Interesse am Thema des digitalen Lernens sein und sich auch für die neurobiologischen Abläufe im Gehirn durch diese neue Form des Lernens begeistern, sind Sie herzlich eingeladen an unserem Neuroforum teilzunehmen (https://www.xing.com/events/lernen-digitalen-wandel-neurobiologie-hr-1922656).

Ihr arCanum Team

Quelle: Dr. Ulrich Schmid, Dr. Lutz Goertz, Dr. Julia Behrens (2017): Monitor Digitale Bildung, 4 Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter; http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/monitor-digitale-bildung-13/

Bilder: Niketh Vellanki, Josefa n’Diaz und NEONBrand via Unsplash

 

Hinweis zum Haftungsausschluss bezüglich in diesem Text enthaltener Links:

Der Autor erklärt hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern, Diskussionsforen, Linkverzeichnissen, Mailinglisten und in allen anderen Formen von Datenbanken, auf deren Inhalt externe Schreibzugriffe möglich sind. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist.

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Digitales Lernen in der Erwachsenenbildung

Die Online Plattform digitalisierung-bildung.de hat ein spannendes Interview mit Prof. Dr. Matthias Rohs veröffentlicht, der zu den Themen zu Erwachsenenbildung, E-Learning und Weiterbildung forscht. Dabei wird über den aktuellen Stand im E-Learning, aber auch die Situation der Trainer gesprochen, die sich dem Wandel zum digitalen Lernen anpassen müssen.

Nach Rohs sollte zeitgemäßes E-Learning ein selbstgesteuertes und individuelles Lernen fördern. Vorteilhaft ist, dass dabei typspezifische Lerninhalte ermöglicht werden und Lernerfahrungen aufgegriffen werden können. Bildungsinsititutionen sind immer noch stark von traditionellen Lernräumen geprägt, wodurch sich das digitale Lernen nur langsam umsetzen lässt.

Die Trainer der Erwachsenenbildung brauchen im Zuge dieses Wandels mehr und mehr medienspezifische Kompetenzen. Dazu gehört eine medienbezogene Feldkompetenz, also das Wissen über das zu unterrichtende Feld und über die Lerngruppe. Außerdem brauchen Trainer fachbezogene Medienkompetenz, sie sollten erfassen können, welche Medien ihre Teilnehmer nutzen und ihren Unterricht darauf aufbauen können. Mit einer mediendidaktischen Kompetenz sollen sie ihr eigene medienbezogene Einstellung reflektieren können. Für diesen Kompetenzerwerb gibt es keine spezielle Ausbildung, die Trainer erfahren ihn eher zufällig aus Interesse, was zwar Anwenderwissen fördert, dennoch fehlt die Tiefe des Wissens über Mediennutzung.

In Zukunft werden Trainer zunehmend Lernbegleiter sein, da das Angebot für digitales Lernen stetig wächst, wodurch auch Themen wie die Medienerstellung an Bedeutung gewinnen.

Das vollständige Interview von Digitalisierung der Bildung finden Sie unter folgendem Link:

https://www.digitalisierung-bildung.de/wp-content/uploads/sites/8/2018/02/BST_Policy_Interview_Prof_Rohs.pdf.

Dem aktuellen Trend des digitalen Lernens, insbesondere in der Erwachsenenbildung, möchten auch wir folgen. Daher haben wir am 19.4.2018 ein Neuroforum zum Thema des digitalen Lernens, bei dem wir unter anderem auch darüber sprechen möchten, wie das Lernen mit digitalen Medien unter neurobiologischen Gesichtspunkten zu betrachten ist. Weitere Informationen hierzu finden Sie bei Interesse unter https://www.xing.com/events/lernen-digitalen-wandel-neurobiologie-hr-1922656.

Ihr arCanum Team

Bild: rawpixel.com via Unsplash

Digitales Lernen

Wir sind endgültig angekommen im digitalen Zeitalter, das lässt sich wohl nicht bestreiten. Lernende Computer, Sprachsteuerung, das smarte Zuhause, alles ist schon Realität und auch das selbstfahrende Auto ist keine Utopie mehr. Doch so erfolgreich die Digitalisierung in der Wirtschaft angekommen ist, so sehr hinkt sie im Bildungsbereich hinterher. Dabei surft man in Amerika schon auf einer großen Welle, die das digitale Lernen als Chance entdeckt hat und viele Möglichkeiten entwickelt Bildung digitaler zu gestalten. Die Frage ist nur, wann diese Welle endlich nach Europa und besonders nach Deutschland schwappt. Denn die Zahlen sprechen leider Bände, wenn es um digitales Lernen an deutschen Schulen geht: rund ein Drittel aller Jugendlichen nutzen digitale Medien für 4 Stunden täglich und 61% der Lehrer haben ein Smartphone, doch nur 7% der Schulen sind mit Tablets für den Unterricht ausgestattet, wohingegen 75% aller Schulen noch über Röhrenfernseher verfügen.

Dabei sind die Möglichkeiten schon vielfältig: Online-Plattformen bieten Unterrichtsmaterial für Lehrer an, die beispielsweise Aufgaben stellen können, die die Schüler direkt online erledigen. Lernprogramme für alle möglichen Fächer lassen Schüler eigenverantwortlich und individuell lernen und sich umfassende Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen aneignen. Über den Fortschritt und die Potentiale der digitalen Entwicklungen ist man sich einig, dennoch unterrichtet man die Schüler für die Vergangenheit. Der Umgang mit digitalen Medien, technischen Prozessen und Mechanismen in unserer globalisierten Welt wird für die Generationen von Morgen ein wichtiger Bestandteil ihrer Fähigkeiten sein, warum also lehren wir nicht schon in der Schule damit umzugehen?

Natürlich lernt es sich digital anders. Wir müssen verstehen, wie digitales Lernen funktioniert, wie sich Prozesse im Gehirn verändern, wenn wir zunehmend vor einem Bildschirm statt einem Buch sitzen und mehr tippen, als mit der Hand schreiben. Dieser Frage möchten wir beispielsweise in unserem Neuroforum nachgehen, dass sich mit Lernen im digitalen Wandel beschäftigt. Unter dem Aspekt neuester neurobiologischer Erkenntnisse tauschen wir uns zu diesem Thema aus. Bei Interesse finden Sie weitere Informationen unter https://www.xing.com/events/lernen-digitalen-wandel-neurobiologie-hr-1922656.

 

Das digitale Lernen betrifft nicht nur Schulen in Deutschland, sondern ist auch ein aktuelles Thema für Sprach- und Fortbildungsinstitute, Hochschulen und Unternehmen, die ihren Mitarbeitern fortwährendes Lernen ermöglichen und damit qualifiziertes Personal bilden.

Ihr arCanum Team

Quelle: https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/1425-rtkl-lernen-mit-neuen-medien-digital-macht-schlau

Bild: John Schnobrich via Unsplash

Wie Motivation und Lernerfolg zusammen hängen

Lernen ist sehr stark über Motivation gesteuert, die umso höher ist, je besser wir das aktive Lernen selbst initiieren und beeinflussen können. Dabei entscheidet die Art des Lernens ganz entscheidend über den Lernerfolg. Betrachtet man beispielsweise die Schule mit ihrem bei uns typischen Frontalunterricht, ist die Motivation bei den meisten Schülern nicht besonders hoch. Anders als im Vergleich dazu Babys zum Beispiel lernen: sie haben einen großen Anreiz sprechen zu lernen, um sich ausdrücken und mit anderen verständigen zu können.

Bleiben wir doch gleich beim Fremdsprachentraining. Grundsätzlich ist unser Gehirn darauf ausgelegt, dass wir mehrere Sprachen lernen und auch nutzen können. Doch jedes Gehirn unterscheidet sich in der Art und Weise wie Inhalte gespeichert werden. Gleich ist wiederum, dass nur relevante und für wichtig erachtete Inhalte es bis ins Langzeitgedächtnis schaffen – was das betrifft ist unser Gehirn sehr ökonomisch und behält nur, was wirklich wichtig ist, um den wertvollen Speicherplatz zu schonen. Eintönigkeit, Routine und ständig gleich Wiederholungen verhindern also, dass wir unser Lernpotential voll ausschöpfen und Dinge bis ins Langzeitgedächtnis kommen, weil das Gehirn sie einfach nicht mehr als relevant ansieht. Um Inhalte wirklich gut abspeichern zu können, müssen sie an unterschiedlichen Orten im Gehirn abgelegt sein, dafür empfiehlt es sich ganzheitliches Lernen anzuwenden. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto mehr Orte im Gehirn werden als Speicherort verwendet. Beim Fremdsprachentraining beispielsweise spielt die Kommunikation als soziale Handlung eine entscheidende Rolle – alles, was uns mit anderen Menschen in Kontakt bringt, können wir schneller lernen und besser abspeichern, denn es sichert unser soziales Verhalten.

Unterschiedlichste Lerntechniken versprechen die Maximierung des Lernerfolgs. Es empfiehlt sich jedoch den eigenen Lerntypen zu kennen, das spart Zeit und erhöht die Motivation. Außerdem knüpft das Gehirn neu erlerntes gerne an schon bestehende Strukturen an, sprich Lernen wir in Zusammenhang mit etwas bereits Bekanntem, fällt es uns deutlich leicht das Neue zu behalten, weil in die neuronalen Strukturen integriert werden kann.

Mittlerweile werden viele Sprachkurse auf der Grundlage dieser neuen Forschungsmethoden angeboten und Firmensprachkurse beispielsweise können viel individualisierter gestaltet werden. Hierbei wird nicht nur das lerntypenspezifische Training angeboten, sondern oft auch die digitalen Medien in Form von Apps und Online Angeboten. So kann jeder sich das Fremdsprachentraining so gestalten, dass die eigenen Motivation möglichst hoch bleibt und der Lernerfolg schon fast garantiert ist.

Ihr arCanum Team

Sprachen lernen im Alltag – Lerntypen

Sich wirklich eine Sprache anzueignen endet nicht, sobald man den Unterrichtsraum verlässt.

Auch außerhalb des Sprachentrainings gibt es viele Möglichkeiten, sich mit einer Sprache auseinander zu setzen und sie sich anzueignen.

Wichtig ist ein guter Mix – Sprachen lernt man auf verschiedene Arten und das Konversationstraining ist ebenso wichtig, wie das Lesen eines fremdsprachigen Magazins.

Hier sind einige Tipps, wie sich, basierend auf verschiedene Lerntypen, eine Sprache in den Alltag integrieren lässt.

Lernen durch Hören

Großartig sind hier die zahlreichen Radiosender, auf die sich leicht über das Internet zugreifen lässt. Ein Beispiel ist die Broadcasting Plattform des BBCs, auf denen ebenso viele Podcasts zu verschiedensten Themenbereichen, wie Kultur, Geschichte, Literatur oder Politik zu finden gibt.

Lernen durch Sehen

Hier ganz vorne im Rennen sind natürlich Filme, die sich leicht in einer anderen Sprache und oft auch mit Untertiteln anschauen lassen. Vielerorts gibt es auch Kinos, in denen man zu Vorstellungen in der Originalvertonung anschauen kann.

Eine tolle Möglichkeit um vor allem Englisch zu trainieren ist die Plattform TED (www.ted.com) – eine non-profit Organisation, die sich das Verteilen von Ideen aus Wissenschaft, Kultur und Literatur zur Vision gemacht hat.

Viele Magazine sind speziell auf das Sprachenlernen zugeschnitten, wie Business Spotlight für den Englischgebrauch im Arbeitsalltag.

Hilfreich für das visuelle Sprachenlernen können auch Post-Its oder Listen mit neuen Worten und Phrasen sein. Ob diese nun im Kalender oder an der Bürotüre angebracht werden – wichtig ist, dass sie einem oft vor Augen geführt werden. Unbewusst bleibt so neues Wissen schnell abgespeichert.

Lernen durch Gespräche

Konversationstraining ist zwar fester Bestandteil der meisten Sprachtrainings, lässt sich allerdings ebenso vertiefen außerhalb der Unterrichtsräume.

Tandempartner oder international Events, auf denen hauptsächlich in einer anderen Sprache gesprochen wird, bieten hier eine tolle Gelegenheit, die neue Sprache in Gesprächen anzuwenden.

Lernen durch Bewegung

Bewegung ist ein großer Baustein der arCarnum Sprachentrainings. Ebenso aber lässt sich diese Idee in den Alltag übertragen.

Podcasts lassen sich auch gut beim Joggen anhören. Oder vielleicht gibt es eine internationale Sportgruppe in der Stadt? Bewegung macht die Aufgabe, eine neue Sprache zu lernen, zu einer Aktivität, an der man Spaß findet. Auf diese Weise wird das eigentliche Sprachenlernen zur Nebensache. So kommen einem, im wahrsten Sinne des Wortes, neue Worte gleich viel leichter über die Lippen.

Sprachen sind vielfältig – und das sollte man sich beim Erlernen zu Nutzen machen. Es gibt viele Möglichkeiten, eine neue Sprache lerntypengerecht in den Alltag einzubauen. Hier können die kleinen Dinge den großen Unterschied machen – und in vielen kleinen Schritten der große Schritt, sich eine neue Sprache anzueignen, erreicht werden.

Ihr arCanum Team

Was Verhaltensänderung, Ziele und Motivation gemeinsam haben

Um Lernen effektiv und auch langfristig und nachhaltig erfolgreich zu gestalten, muss die Motivation stimmen. Doch wie hält man die Motivation aufrecht, wenn man Sprachen lernen möchte? Schließlich lernt sich so eine Sprache nicht von heute auf morgen und Grammatik, Wortschatz und Co können einen ganz schön Nerven kosten, dass man nicht zuletzt auch mal hinwerfen möchte. Das ist jedoch alles andere als nachhaltig. Wie lässt sich dieses Dilemma also vermeiden?

Eine Sprache zu lernen, heißt in gewisser Weise eine Verhaltensänderung zu erreichen: In Zukunft in einer anderen Sprache zu kommunizieren, als man es bisher in vergleichbaren Situationen getan hat. Egal welcher Lerntyp man ist, welche Trainingsmethoden man anwendet oder welche Lerntechniken einem liegen, ohne die vier Schritte der Verhaltensänderung wird das Ergebnis nicht lange anhalten.

Es braucht also die Absicht etwas verändern zu wollen (Sprachkenntnisse erweitern), die konkrete Vorbereitung (man bucht einen Sprachkurs), die Umsetzung (Lerninhalte aufnehmen) und schließlich die Aufrechterhaltung (Anwendung der Sprache im Alltag). Das alles braucht Zeit und die Motivation diesen Lernprozess zu gestalten und durchzuhalten.

Um die Motivation hoch zu halten, ist es sinnvoll für sich Ziele zu formulieren. Je bedeutsamer die Ziele für einen persönlich sind und je realistischer sie zu erreichen sind, desto höher ist die intrinsische Motivation (also die Motivation, die man in sich selbst generieren kann, ganz ohne Hilfe von außen) und damit auch das Lernpotential. Wenn Sie sich also Ziele formulieren, achten Sie auf die drei Ps:

Persönlich, Positiv, Präsens.

Zum Beispiel: Ich kann mit meiner spanischen Freundin ein Telefonat in ihrer Muttersprache führen.

Es gibt viele Gestaltungsmöglichkeiten für Zielformulierungen. Die Profis nutzen auch gerne die sogenannten SMART-Ziele:

Spezifisch, Messbar, Ansprechend, Realistisch, Terminiert

Dann würde das Beispiel so lauten: Ich kann in drei Monaten mit meiner spanischen Freundin ein Telefonat von einer halben Stunde in ihrer Muttersprache Spanisch führen, um ihr sprachlich entgegen zu kommen, wodurch sie sich wohler fühlen wird.

Wie auch immer Sie ihre Ziele formulieren, achten Sie darauf, dass es eher kleinere, realistische Ziele sind, die Sie auch wirklich erreichen können. Kontrollieren Sie regelmäßig, wie nah oder fern Sie Ihrem Ziel sind und ob es eventuell angepasst werden muss. Und ganz wichtig: Feiern Sie erreichte Ziele und belohnen Sie sich dafür, das steigert die Motivation gleich die nächste Etappe aufzunehmen.

Wir helfen Ihnen gerne Ihre Ziele für unsere Intensivseminare zu formulieren oder ihre persönliche Seminargestaltung zu planen, sprechen Sie uns gerne darauf an.

Ihr arCanum Team